Privacy as a Service
Mullvad. NordVPN. Brave. ProtonMail.
Die Werbung sagt: Schütze deine Privatsphäre. Klick hier. 9,99 im Monat.
Da ist ein Widerspruch, den niemand sehen will: Du gibst deine Daten an jemanden, damit dieser jemand deine Daten schützt. Du vertraust einem Fremden, um Fremden nicht mehr vertrauen zu müssen.
Das ist keine Privatsphäre. Das ist Delegation. Und Delegation ist das Gegenteil von Kontrolle.
Wie funktioniert das eigentlich?
Ein VPN ist simpel. Dein Datenverkehr geht nicht direkt ins Internet. Er geht zuerst zu einem Server, der ihn weiterleitet. Der Server sieht alles, was du tust. Die Webseiten sehen nur den Server.
Du versteckst dich vor den Webseiten. Du entblößt dich vor dem VPN.
Das ist kein Gewinn. Das ist ein Tausch. Du tauschst viele, die wenig wissen, gegen einen, der alles weiß.
NordVPN sagt: Wir loggen nichts. Mullvad sagt: Wir kennen nicht mal deinen Namen. ProtonVPN sagt: Schweizer Datenschutz.
Sagen sie. Woher weißt du es? Du weißt es nicht. Du kannst es nicht wissen. Du musst vertrauen.
Aber Vertrauen war das Problem, das du lösen wolltest.
Die Millionen:
NordVPN gibt Millionen für Werbung aus. Jeder Podcast, jeder YouTuber, jede zweite Webseite. Schütze dich. Klick hier. Rabattcode in der Beschreibung.
Woher kommt das Geld?
Von dir. Und wenn nicht von dir, dann von jemand anderem. Daten haben Wert. Aufmerksamkeit hat Wert. Zugang hat Wert.
Ein VPN, das jeder kennt, ist ein VPN, das jeder beobachtet. Die Geheimdienste wissen, wo die Nutzer sind. Die sind alle an einem Ort. Praktisch.
Sicherheit, die sich bewirbt, ist keine Sicherheit. Es ist ein Produkt. Produkte dienen denen, die sie verkaufen.
Was braucht es eigentlich?
Weniger Software. Nicht mehr.
Einen VPN, den niemand kennt. Einen, den du selbst betreibst, auf einem Server, den du selbst gemietet hast, in einem Land, das du selbst gewählt hast. Keine App. Keine Firma. Kein Vertrauen außer in dich selbst.
WireGuard ist 4.000 Zeilen Code. Das kann man lesen. Das kann man verstehen. Das kann man auf einem Raspberry Pi laufen lassen.
Oder einen Proxy. Einen simplen SOCKS5, auf irgendeinem Server, den niemand kennt, den niemand sucht, der nichts tut außer weiterleiten.
Das ist weniger bequem. Es gibt keine App mit einem großen grünen Knopf. Es gibt keine Werbung, die dir sagt, du seist jetzt sicher.
Aber es ist deins. Du weißt, was läuft. Du weißt, was geloggt wird. Du weißt es, weil du es selbst entschieden hast.
Das Missverständnis:
Die meisten Menschen verstehen Privatsphäre falsch. Sie denken, es geht darum, sich zu verstecken. Einen Schalter umzulegen. Unsichtbar zu werden.
So funktioniert das nicht.
Privatsphäre ist kein Zustand. Es ist ein Prozess. Ein Verstehen davon, was passiert, wenn Daten fließen. Ein Entscheiden, welche Daten fließen dürfen. Ein Kontrollieren der Wege, die sie nehmen.
Das kann dir niemand verkaufen. Das musst du selbst tun.
NordVPN verkauft dir das Gefühl von Sicherheit. Das Gefühl ist echt. Die Sicherheit ist es nicht.
Die Perspektive:
Echte Privatsphäre ist unbequem. Sie erfordert Wissen. Sie erfordert Aufwand. Sie erfordert Entscheidungen, die niemand für dich trifft.
Sie erfordert weniger Software, nicht mehr. Weniger Dienste, nicht mehr. Weniger Vertrauen in andere, mehr Vertrauen in sich selbst.
Das ist nicht für jeden. Das ist vielleicht nicht für die meisten.
Aber wenn du hier bist, wenn du das liest, dann bist du vielleicht nicht die meisten.
Ein VPN, den du selbst betreibst. Ein Proxy, den du selbst verstehst. Ein System, das du selbst kontrollierst.
Das ist Privatsphäre. Alles andere ist Marketing.